Am 13. Dezember 2024 ist bundesweiter Rauchmeldertag
Hiddenhausen/Kreis Herford. Am Freitag, dem 13. Dezember rechnen Abergläubische bekanntermaßen wieder mit dem Schlimmsten und genau deshalb ist bundesweiter Rauchmeldertag. Die „Initiative Rauchmelder retten Leben“ nutzt das markante Datum, um vor den Gefahren durch den Brandrauch zu warnen. Im Jahr 2023 kamen nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) bundesweit 324 Menschen bei Bränden ums Leben. Vor 30 Jahren gab es noch mehr als doppelt so viele Brandtote zu beklagen. Die Experten sind sich einig, dass der Rückgang ganz wesentlich auf die Einführung der Rauchmelderpflicht zurückzuführen ist.
Und die Feuerwehren haben ebenfalls zu diesem Erfolg beigetragen. „Unter dem Motto Rauchmelder retten Leben leisten sie noch immer Aufklärungsarbeit und werben für den Einbau der Geräte“, sagt Kreisbrandmeister Bernd Kröger.
Viele Haushalte nicht optimal geschützt
Rauchmelder sind mittlerweile in allen 16 Bundesländern Pflicht, egal ob der Wohnraum vermietet oder selbstgenutzt ist. Vermieter oder Eigentümer stehen bei der Umsetzung der Rauchmelderpflicht in der Verantwortung. „Schlafräume, Kinderzimmer und Flure in Wohnungen, die als Flucht- oder Rettungswege dienen, müssen mindestens einen Rauchmelder haben“, erklärt Kröger. „Achten Sie beim Kauf auf das Qualitätszeichen „Q“!“ Kontrollen in Privathaushalten sieht das Gesetz nicht vor. Das Ergebnis einer Studie der niedersächsischen Schornsteinfeger-Innung aus dem Jahr 2020 verwundert deshalb nicht: In knapp einem Viertel der Haushalte waren gar keine Rauchmelder installiert. Nur 13 Prozent aller Wohnungen wiesen einen optimalen Schutz auf. „Aufklärung ist offenbar weiterhin notwendig“, stellt Kröger fest.

Rauchmelder retten Leben: Doch längst nicht alle Haushalte sind optimal geschützt.
Ältere Menschen sind unter anderem aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität besonders gefährdet.
(Foto: Form Brandrauchprävention/Initiative „Rauchmelder retten Leben“)
Nachts ist die Gefahr besonders groß; denn im Schlaf ist der Geruchssinn des Menschen nicht aktiv. Der Brandrauch wird unter Umständen nicht rechtzeitig wahrgenommen. Rauchmelder sorgen für Sicherheit. Sie reißen die Menschen im Notfall durch ihren schrillen Alarmton aus den Träumen. „Verlassen Sie im Brandfall schnellstmöglich die Wohnung und rufen Sie die Feuerwehr unter der 112“, rät der Kreisbrandmeister. Anders verhält es sich, wenn es im Treppenhaus brennt und der Fluchtweg abgeschnitten ist. Dann sollte man in der Wohnung bleiben, die Türen schließen, sich am Fenster bemerkbar machen und die Anweisungen der Feuerwehr befolgen, so der Feuerwehrchef weiter. Sind keine Rauchmelder installiert, kann das bei einem Gebäudebrand zu Problemen mit der Versicherung führen. Werden in einem solchen Fall Personen verletzt, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Vermieter bzw. Eigentümer.
Senioren besonders gefährdet
Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Brand zu sterben, ist in der Gruppe der 75- bis 84-Jährigen zahlenmäßig doppelt so groß wie bei den 45- bis 54-Jährigen, belegen Zahlen, die der „Initiative Rauchmelder retten Leben“ vorliegen. Funktionseinschränkungen der Sinnesorgane, die mit einer eingeschränkten Mobilität einhergehen, sind oftmals die Ursachen. Für Senioren, die schlecht hören, seien Rauchmelder mit Blitzleuchte und zusätzlichem Vibrations-Alarm empfehlenswert, erklärt Kröger. „Funkvernetzte Rauchmelder leiten den Alarm in andere Räume oder an Angehörige im selben Haus weiter.“
Elektrizität ist im Übrigen mit rund 30 Prozent Brandursache Nummer 1, gefolgt von menschlichem Fehlverhalten (rund 20 Prozent), Überhitzung und Brandstiftung. „Wer die Elektrogeräte nur unter Aufsicht betreibt und nach dem Betrieb den Stecker zieht, ist auf der sicheren Seite“, so Kreisbrandmeister Bernd Kröger.
Von Jens Vogelsang
